GESCHICHTE [1/3] 2007-04-27


Die Station in Ukkel : Vom Anfang bis heute

Die erste belgische Erdbebenstation wurde ende 1898, dank Eugène Lagrange, einem Professor an der Königlichen Militärschule, in Ukkel erbaut. Das erste Seismometer war ein Dreikomponenten-Horizontalpendel, das von von Rebeur-Ehlert erfunden wurde und die Daten photographisch aufzeichnete. Er nahm sein erstes Erdbeben am 4. September 1988 auf. Er befand sich im speziell für seismische Beobachtungen unterirdisch angelegten Raum im Park des Königlichen Observatoriums von Belgien, das 1890 vom Zentrum von Brüssel nach Ukkel umgezogen war. Die Station wurde am Observatorium gebaut, da es zu der Zeit der einzige ruhige Platz war, wo man die Uhrzeit mit großer Genauigkeit bestimmen konnte. Ernest Solvay war der groß Mäzen, der die Station komplett finanzierte, die daher sein privat Eigentum war. Die damaligen Monatsberichte trugen übrigens den offiziellen Namen : „Bericht der geophysikalischen Station von Ukkel (Ernest Solvay Station)“.



Erste Holzhütte, die 1898 über das unterirdische seismische Laboratorium im Park vom Königlichen Observatorium von Belgien in Ukkel erbaut wurde.

Von Rebeur-Ehlert Seismometer (Museum des K.O.B.). Er besteht aus drei horizontalen Pendeln vom „Gartentür-Typ“, die jeweils 120° von einander entfernt sind. Jedes Pendel ist mit einem Spiegel bestückt, der die Bewegungen des Pendels photographisch aufzeichnet.


Das erste Seismogramm, das am 4. September 1899 vom von Rebeur-Ehlert Seismometer in Ukkel in Belgien aufgezeichnet wurde. Es handelt sich hierbei um ein Erdbeben in Alaska der Magnitude Ms=7.9









Außerdem wurde Lagrange auch zum Delegierten der ständigen seismologischen Kommission ernannt, die 1899 gegründet wurde und sich im April 1901 in Straßburg traf. Während dieser Versammlung war Lagrange ein Mitglied der Kommission, die über die Befähigung der Versammlung entschied. Daraus entstand die internationale Gesellschaft für Seismologie, die heute den Namen IASPEI oder International Association of Seismology and Physics of the Earth’s Interior trägt .

Am 1. Januar 1904 bekam der Staat von Ernest Solvay das unterirdische geophysikalische Laboratorium geschenkt, der von dort an unter der Aufsicht des Observatoriums stand.

Im Juni 1906 wurden zwei schwere „Bosch-Omori“ Horizontalseismometer, die von Bosch hergestellt wurden, sowie ein von Rebeur-Ehlert Dreikomponenten-Pendel installiert. Eine Feder, die auf ein Papier kratzte, das durch Rauch schwarz gefärbt worden war, diente der mechanischen Aufzeichnung der Beobachtungen.

Das Dreikomponenten-Pendel wurde ein für alle male am 13. März 1909 ersetzt und die schweren Pendel am 22. März 1911.

Im Jahre 1912 wurden die beiden Bosch Pendel ans Kolonialministerium gegeben und nach Elisabethville, heute Lubulbashi, im Kongo geschickt.

Im Jahre 1909 wurde das 1000 Kg schwere Wiechert Horizontalpendel in Betrieb genommen und 1910 das 1300 Kg schwere Wiechert Vertikalpendel. Diese beiden Geräte zeichneten die Bewegungen des Bodens auf, dank einer Feder, die auf einem schwarz gefärbten Papier kratzte.









Das unterirdische seismologische Laboratorium von Ukkel im Jahre 1912. Links stehen die beiden schweren „Bosch-Omori“ Horizontalseismometer, die 1906 installiert wurden. Zurzeit befinden sich an ihrer Stelle die Galitzine und Sprengnether/Press-Ewing Seismometer. Rechts steht das Wiechert Horizontalseismometer mit einer schwarzen Papierrolle vorne dran, worauf eine Feder die Bewegungen des Bodens aufzeichnet in den Richtungen O-W und N-S. Das Wiechert Vertikalseismometer ist nicht auf diesem Bild zu sehen. Links hängt eine Splinder-Hoyer Uhr, die zur gleichen Zeit installiert wurde und die Uhrzeit auf den Seismogrammen angibt.


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