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Nach dem Erdbeben von 1983 in Lüttich wurde das seismische Netz im April 1985 modernisiert. Die Station in Ukkel bekam ein kurzperiodischen Sprengnether S-10 Vertikalseismometer, dessen Signal mit dem von anderen Stationen sowohl analog auf neue Papierstreifenschreiber, die bis 1999 in Betrieb waren, als auch digital auf Magnetbänder registriert wurde. Für die Station in Ukkel brach somit die Zeit der digitalen Seismologie an.
Mit der Zeit beschäftigten sich die Seismologen auch mit der Zeitmessung der Aufzeichnungen. Im Jahre 1999 wurde eine neue Uhr installiert, die zuerst täglich und anschließend ab 1912 kontinuierlich mit dem Uhrzeitdienst des Observatoriums synchronisiert wurde. Seit 1984 werden DCF Empfänger benutzt, parallel zu GPS Empfänger, die ab 1998 in Betrieb genommen wurden. Im Jahre 1909 betrug die Genauigkeit 1 Sekunde und 1912 0,1 Sekunden. Heute verspricht der DCF eine Genauigkeit von einer Hundertstelsekunde und der GPS mehr als einer Tausendstelsekunde.
Da die Station in Ukkel auf einer weichen Sedimentschicht erbaut wurde, ist sie äußerst empfindlich gegen Vibrationen, die durch den Menschen verursacht werden. Durch die zunehmende Verstädterung und die Entwicklung der Industrien wurden die seismischen Messungen immer ungenauer. Deswegen wurde 1998 ein 140 Meter tiefes Loch gebohrt, in dem ein Seismometer direkt auf das Grundgestein platziert wurde. Das Signal-Rausch-Verhältnis wurde somit, je nach Frequenz, 10 bis 30 mal verbessert.
Schließlich wurde 2003 ein Beschleunigungsmesser zur Registrierung von starken Erdbewegungen im unterirdischen seismischen Laboratorium installiert.
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Der seismologische Pavillon, wie er noch heute im Park des K.O.B. steht. Die Bodenerhöhung vor dem Pavillon bedeckt das Gewölbe des unterirdischen seismischen Laboratoriums. Im Vordergrund erkennt man das Bohrrohr, wo 1998 ein Seismometer in 140 Meter Tiefe platziert wurde.
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