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Im Falle eines Erdbeben einer Magnitude höher als Ms=3,5 werden die Bewegungen des Bodens in der Nähe des
Epizentrums zu stark, um von den Seismometern aufgezeichnet werden zu können. Die Beschleunigung des Bodens, die die
Beschleunigung der Schwerkraft daher um ein zwanzigstel (> 0,05 g) übertrifft, kann nicht von den Seismometern gemessen
werden. Dies passierte unter anderem im Jahre 1983 in
Lüttich und 1992 in Roermond. Die Bewegungen des
Bodens nahe dem Epizentrum, wo der größte Schaden entstand, konnten während dieser Erdbeben nicht aufgezeichnet
werden (Melchio, 1985; …)
Beschleunigungsmesser sind weniger empfindlich als Seismometer und messen daher die starken Bewegungen
des Bodens bis zu 1 g, selbst in der Nähe des Epizentrums eines starken Erdbebens. In den Gebieten mit starker
Erdbebenaktivität kann die Beschleunigung des Bodens mehrere zehntel der Beschleunigung der Schwerkraft erreichen.
Die Erforschung dieser starken Bewegungen ist äußerst wichtig für die Untersuchung der Mechanismen des Hypozentrums
und der Vorbeugung gegen Erdbebengefahren. Das belgische Netz von Beschleunigungsmessern wurde ab 1999 entwickelt und
dient der Registrierung von starken Erdbeben, die im Vergleich zu ähnlichen Messungen in anderen aktiven Gebieten
komplizierter sind als vermutet (Ambraseys, 1996). Das Netz von Beschleunigungsmessern kam zum allerersten Mal beim
Erdbeben von Alsdorf im Jahre 2002 zum Einsatz.
Das Netz von Beschleunigungsmessern des K.O.B. zählt zurzeit 19 Stationen.
Die Beschleunigungsmesser befinden sich in den aktivsten Gebieten, die sorgfältig ausgewählt wurden, im Bezug auf die Art
des Bodens und der naheliegenden Infrastruktur. Die meisten Stationen sind mit ETNA
Episensor Beschleunigungsmessern ausgestattet, die sowohl Vertikal als auch Horizontal die Beschleunigung des Bodens registrieren. Die
Aufzeichnung beginnt dann, wenn eine vorher bestimmte Magnitude erreicht wird. Die Daten werden dem K.O.B. per Telefonlinie übermittelt.
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